Heiß auf Eis - Tipps für Eisliebhaber

Mittwoch, 23.09.2015

Hallo ihr Lieben,

da Budapest der Sommer noch etwas erhalten bleibt und wir in den vergangenen 2 Wochen eigentlich fast nur sonnige Tage hatten, machten wir uns auf die Suche nach Budapests besten Eisdielen.

Lavendula fand ich durch Zufall bzw. im Vorbeigehen. In der Nähe des Deak Ferenc Ter verkaufen sie verschiedene Sorten mit Lavelblüten, aber auch andere Kombinationen. Ich probierte weiße Schokolade mit Lavendel. Leider hat die gute Dame mir bei einer Kugel Eis keinen der schönen lilanen Becher mit Lavendelaufdruck gebeben und ich habe mich gleich über das Eis hergemacht, so dass es leider kein Foto gibt.

Lavendula

Meine Mitbewohnerin empfahl mir Gelarto Rosa nahe der Basilica. Als besonderer Clou gibt es das Eis hier in Rosen bzw. Blütenform. Nicht nur lecker, sondern auch bildhübsch - und damit fast zu schade zum essen. Ich probierte Lavendel, Orea und Pflaume und es war wirklich richtig gutes Eis, cremig bzw. fruchtig und hausgemacht.

Das war mit Sicherheit nicht die letzte Blume:-)

Lieben Gruß & falls ihr mal nach Budapest kommt, schaut vorbei!

Meine 4 Wände

Mittwoch, 23.09.2015

 

Hallo zusammen,

 

wie versprochen gibt es noch ein paar kleine (Foto-) Einblicke in mein neues Zuhause.

Haben wir nicht einen schönen Flur und Empfangsbereich?

Die Wohnung ist mit knapp 85 m² wirklich groß. Während D. und F. sehr große Zimmer haben, ist meins klein aber fein und somit ausreichend. Insbesondere die alten Möbel finde ich sehr niedlich und auch an das kleine Bett habe ich mich schon gewöhnt; es ist immerhin sehr bequem und ich schlafe immer gut. Das könnte natürlich auch daran liegen, dass mein Tag oftmals so vollgepackt ist und wir in den letzten Wochen auf öfters mal die Nacht zum Tag gemacht haben:-) Aber dazu später mehr. 

An der Wand hängen in meinem Zimmer kleine Bilderrahmen mit original Zeichnungen von Budapest in den 30er - 60er Jahren. Vielleicht mache ich bei Gelegenheit mal Fotos und zeige sie Euch.

Wir wohnen in einem Altbau, der renoviert wurde, was uns ein sehr neues und gepflegtes Bad bescherte. 

Ich bin wirklich zufrieden, auch mit meinen beiden Mitbewohnerinnen und wir haben schon den ein oder anderen Abend zusammen verbracht, frühstücken abundan gemeinsam und sie haben mich schon einige Male mitgenommen und mir tolle Ecken gezeigt.

Lieben Gruß,

Anja

Unser Flur Mein kleines feines Zimmer Unsere Küche Bad

Kürtőskalács Premiere

Mittwoch, 23.09.2015

Hallo ihr Lieben,

was ist denn das? Zugegebenermaßen hatte ich keine Ahnung als ich Kürtőskalács an einigen kleinen Buden am Straßenrand las. Der Zungenbrecher entpuppte sich als Baumstritzl.

Eine wirkliche Premiere war es nicht, hatte ich mir doch erst in München auf dem Tollwood einen gekauf bzw. gegönnt, denn in der bayerischen Landeshauptstadt kostet einer gleich mal 4-5 Euro.

Hier gibt es die gebackene Köstlichkeit für 290 Fortinth, also nicht mal einen Euro, was mein Schlemmerherzchen höher schlagen ließ. Schnell angestellt und dann hielt ich ihn noch warm, fast zu heiß zum Essen in den Händen. Ich suchte mir ein sonniges Plätzchen am Deak Ferenc Ter und genoss meinen ersten ungarischen Kürtőskalács mit Kokos. Da es noch 5 andere Kreationen mit Schoki, Nuss, Zimt, Zucker oder Kakao gibt, werde ich mit Sicherheit noch einmal wiederkommen:-)

Einmal anstellen für Baumstritzl Frisch und warm - so schmecken sie am besten Baumstritzl mit Kokos - Anja ist zufrieden

Budapest Impressionen - eingefangen im Vorbeigehen und beim verweilen

Mittwoch, 23.09.2015

Hallo zusammen,

bei der zweiten Stadtführung ging es dann auf die Budaseite. Hier haben wir den Hügel zu Fuss erklommen und wurden mit einer tollen Sicht über die Stadt belohnt.

Auf der Budaseite gibt es auch allerhand zu sehen, aber ich muss noch einmal wiederkommen- dann mit mehr Zeit; auch um Hintergrundinfos und Bilder zusammen zu tragen, die ich dann hier mit Euch teilen kann. Daher gibt es leider vorläufig nur Bild 1 und 2 von "drüben" und die anderen Fotos sind bei einem anschließenden Spaziergang nahe der Oper und Oktogon enstanden.

Wie man sieht, hatten wir einen sehr blauen und sonnigen Himmel hier - und es hielt bis auf einen Regentag auch die ganzen 2 Wochen an. Òle, zwar völlig untypisch für Mitte September, aber wer beschwert sich schon über mediterane Temperaturen in Osteuropa?:-)

Lieben Gruß,

Anja

  Blick auf die Pest Seite Die schneeweiße Kirche mit den herbstfarbenen Dachziegel Eindrücke der Viertel nahe der Oper Café Puli Budapest lädt zum Draußensitzen ein Die Basilica Donauüberquerung

Hungrig in Budapest - Auf den Spuren ungarischen Essens

Mittwoch, 23.09.2015

Hallo ihr Lieben,

bereits in Woche 2 muss ich sagen, dass "hungrig sein" und Budapest nicht zusammenpasst. Mir war schnell klar, dass ich hier im siebten Himmel gelandet bin, was die Essensvielfalt betrifft.

Nicht nur, dass es günstig ist - nein, es gibt einfach zahlreiche Möglichkeiten für den kleinen bis großen Hunger und das ganz international. 

Natürlich wollte ich auch unbedingt die ungarische Küche probieren. Zwar hatte ich mir dieses Mal zwar nicht vorgenommen nur lokal zu essen, wie zuletzt in Hong Kong, aber ich war dennoch gespannt, was es fernab von Gulaschsuppe und Paprika noch zu probieren gibt.

Da ich auch einen süßen Zahn habe, war ich ebenso gespannt auf die Nachtischvielfalt.

Mein ungarisches Kochbuch ließ bereits vermuten, dass Ungarisch keine leichte Kost ist, begannen doch alle Rezepte mit einer Mehlschitze und ordentlich Fett. Letzters ist zusammen mit Sahne definitiv ein Geschmacksträger und damit wohl nicht aus der Küche wegzudenken. Wird wohl eine runde Sache hier, wenn ich jeden Tag schlemmen werde ;-)

Bei meiner Recherche vorab stieß ich auf einem interessanten Blog auf das Kazimir im jüdischen Viertel. Im Nord-Osten gibt es ein altes Viertel, mit einer Synagoge (der größten in Europa) und zahlreichen Einkehrmöglichkeiten - definitv einen Besuch wert, aber nun zurück zum Essen.

Ich bestellte Hungarian mangalitsa pork paprikash with homemade noodles and cucumber salad, also eine Art Schweinegulasch in Paprikasahnesauce mit Spätzle und Gurkensalat und es war wahrhaftig eine Gaumenfreude. Der Kellner erklärte mir, dass es sich beim Mangalitsa Schwein um eine alte einheimische Rasse handelt; wohl groß, schwarz und sehr haarig, und es im Februar sogar immer ein Festival gibt, bei dem nur Mangalitsa Scheine gegrillt oder gekocht angeboten werden. Es war jedenfalls ein Schmaus - das Fleisch durch das lange Kochen sehr zart, die Soße durch die Sahne sehr cremig und lecker - zusätzlich wurden noch 3 Löffel Sahne oben drüber gegeben - die Paprikanote war süßlich und leicht scharf zugleich und Gurkensalat mag ich ja sowieso - auch hier gab's wieder einen Löffel Sahne oben drauf.

Das Kesselchen konnte ich grad so leeressen - Platz für Nachtisch hatte ich leider nicht mehr.Mit meiner Wahl war ich aber mehr als zufrieden und kann jedem das Kazimir ans Herz legen.

Mit Apfelsaft zahlte ich knapp 11 Euro und konnte bereits erahnen, dass mein Semester hier kulinatisch gesehen ein Highlight werden wird.

Mangalitsa Pork paprikash im Kazimir

Beim Schreiben habe ich nun auch glatt schon wieder Appetit bekommen:-)

Lieben Gruß,

Anja

08.09 - Erste Eindrücke - zu Fuss unterwegs

Mittwoch, 23.09.2015

Hallo zusammen,

nachdem die Wohnungssuche erfolgreich war (wohlgemerkt an Tag 1) konnte ich mich entspannt dem Sightseeing widmen. Unsere Uni hatte an zwei aufeinader folgenden Tagen zwei Stadttouren organisiert; eine auf der Pest- und eine auf der Budaseite.

Dienstag Mittag trafen wir uns also, um uns auf die Spuren Budapests Geschichte und Besonderheiten zu machen. Neben den typischenTourihighlights wie dem Parlament und der Basilica verstand es unser Guide aber auch uns prächtig zu unterhalten. Mit zahlreichen kleinen Anektoden und Geschichten konnten wir eine Eindruck gewinnen, wie Budapest das wurde, was es heute ist. Man merkte richtig, dass er sein Herz bereits lange Zeit an die Stadt verloren hat und es versteht die Begeisterung mit seinen Schützlingen zu teilen.

So erfuhren wir, dass Budapest die Stadt der Architekturkunst, Cafés und Liebe ist. Während erstes sich selbst erklärt, bzw. Fotos dies eindeutig belegen, möchte ich bei den anderen beiden weiter ausholen und einige Geschichten mit Euch teilen. Hoffentlich sitzt ihr dann auch mit einem Grinsen im Gesicht vor dem Bildschirm.

Seit rund 300 Jahren ist die Kaffeehauskultur fester Bestandteil Budapests und neben zahlreichen Restaurants und Bars gibt es auch noch heute klassische Kaffeehäuser, die diese leben. Eines der berühmtesten ist das Café Gerbeaud, das 100m entfernt von unserer Wohnung liegt. Die Kaffeehäuser sind einfach schön anzuschauen und durch die schönen Fassaden außen und Stuck, Kronleuchter und hölzerner Inneneinrichtung fühlt man sich in eine völlig andere Zeit zurück versetzt. Vor rund 120 Jahren durften dort nur Männer als Kellner arbeiten - erst als es nach dem Krieg nicht mehr genug von ihnen gab, hatte die erste Kellnerin die Ehre Kuchen und Kaffee zu servieren. Interessanterweise verfolgte man schon damals eine interessante Marketingstrategie, da man bewusst gemütliche und ruhige Ecken für Journalisten und Schrifsteller einrichtete und mich Enzyklopädien ausstatetet- ja, damals gab es noch keine smartphones, internet und co und so nicht nur diese selbst, sondern auch ihre Fans und Bewunderer dazu motiverte das Kaffeehaus zu besuchen; ein wirklich cleverer Schachzug.

Bisher habe ich nur einen kurzen Blick hineingeworfen, aber ich werde definitiv noch einmal auf ein Stück Kuchen vorbeikommen.

Die Stadt der Liebe - ja, das ist nicht etwa Paris, sondern Budapest. Das liegt laut unserem Guide daran, dass es nicht vielmehr braucht als eine Flasche ungarischen Wein und ein gemütliches Plätzchen auf einer der Brücken um das Herz der Auserwählten zu gewinnen. Kitschig romantisch, denkt ihr? Ein Freund meiner Mitbewohnerinnen bestätigte mir bereits, dass dies das typische Vorgehen bei Date 2 oder 3 sei und er auch gerade überlege, ob er seine Dame das nächste Mal auf die Brücke führt. Sollte ich in den Genuss eines ungarischen Dates kommen, werde ich natürlich berichten ;-) 

Treffpunkt der Tour war auf dem Parlamentvorplatz und ich staunte nicht schlecht, als ich aus der Ubahn hinaustrat und auf diese Prachtbauwerk schaute - wirklich eines der beeindruckensten, die ich bisher gesehen habe mit den vielen kleinen spitzen Türmen und Verzierungen. Noch schöner als aus direkter Nähe ist es von der Donau oder Budaseite bestaunbar.

Erwähnenswert ist auch die Budapester Oper. Ebenfalls ein sehr schönes Gebäude und wie wir erfuhren der Oper in Wien nachempfungen. Der König Wiens genehmigte Ungarn den Bau nur unter dem Vorbehalt, dass sie kleiner als die österreichische werden würde. Da kleiner aber nicht schöner ausschloss, nutzten die Ungarn den Geldzuschuss Österreichs und verzierten sie reichlich. Besonders von innen ist sie wunderschön, mit einer pompösen Decke über dem Innenaufgang. Es wurde überliefert, dass der österreischiche König außer sich war vor Wut über das Konkurrenzbauwerk und die Eröffnungsfeier bereits nach 15 Minuten verließ und nie wieder zurückkehrte. Wir waren nur kurz in der Oper, aber da die Aufführungen hier sehr günstig sind, werden wir in den nächsten Monaten auch in den Genuss einer Aufführung kommen.

Letzte Station war die Basilica; oh, wunder, auch sie überzeugte von innnen - eine wunderschöne und beeindruckende Kirche mit kunstvoll verzierter Kuppel. Erwähnenswert ist auch, dass hier ein 1000 Jahre alter Arm aufbewahrt wird, ebenso ein Herz und das dritte Körperteil habe ich vergessen. Damals war es so üblich bedeutenden Herrschaften die letzte Ehre zu erweisen, in dem man sie fachmännisch zerteilte und ihre Gliedmaßen aufbewahrte. Wenn ich mich recht erinnere ist es die Hand des ungarischen Königs, der seine Armee in den Krieg führte und viele der europäischen Nachbarländer ausraubte und besetzte. Zitat unseres Guides: Städte, auf die man traf wurden besetzt, Menschen ermordet, Frauen vergewaltigt und alles, was nicht fest war, wurde mitgenommen. Die Ungarn, so scheint es, waren zu dieser Zeit ein gefürchtetes Volk, das Angst und den Tod verbreitete.

Wie ihr lesen könnt, ist doch einiges der Tour hängen geblieben und der Gute hat es auf sehr lustige Art und Weise vermittelt und den trockenen Reiseführer damit um Längen geschlagen.

Nachfolgend noch einige Bilder, bevor es dann mit dem nächsten Post weitergeht.

Parlament - beeindruckend Parlament Vorplatz Basilica

Lieben Gruß aus Budapest,

Anja

07.09-23.09: Die letzten 2 Wochen

Mittwoch, 23.09.2015

Hallo ihr Lieben,

mittlerweile sind 2 Wochen vergangen seit der letzen Wortmeldung hier. Nun also ein Lebenszeichen - aufatmen - ich lebe noch und es geht mir gut in meinem neuen Zuhause.

Ich habe mich eingelebt und die Stadt erkundet und erlebt, habe eine Vielzahl an neuen Leuten kennengelernt, die beiden ersten Uniwochen gemeistert und Pläne für die kommenden Wochen gemacht.

Nun, auf gehts. In den folgenden Posts gibt es mal mehr und mal weniger ausführlich einige Eindrücke inkl. Fotos - hey, ich habe es geschafft sie endlich einmal von der Kamear auf den PC zu ziehen.

Euch viel Freude beim Lesen. Ich freu mich von Euch zu hören.

Einen lieben Gruß in die Heimat & bis bald,

Anja

07.09.2015 - Montag - Tag 1: Wohnung gefunden - Glücksgriff

Dienstag, 08.09.2015

Hallo zusammen,

am ersten Morgen klingelte der Wecker um 8 und ich fand mich in einem kuscheligen Bett wieder und musste kurz überlegen, wohin es mich verschlagen hatte.

Bei Tageslicht konnte ich nun auch mein Domizil in Augenschein nehmen. Vorab hatte ich gelesen, dass das Minoo House ein umweltfreundliches Künstlerhostel ist - das fand ich interessant und die Ausgestaltung konnte ich direkt bewundern.

Zunächst einmal ist erwähnenswert, dass viele der Häuser hier Budapester Balkone haben. Während das Haus an sich eher schlicht gestaltet ist, befinden sich auf jedem Stockwerk die Fassade entlangreichende Balkone, die den klassischen Hausflur ersetzen und über die man meist vom Innenhof in die Wohnung gelangt. Diese sind oft gebogen und sehr hübsch mit Ornamenten verziert - das Hostel hat sich sogar noch eine kleine grüne Oase gezüchtet. 

Innen gibt es allerhand Kunstobjekte. Angefangen von selbst zusammengeschweißten organförmigen Lampen, einer zum Sofa umgestalteten Badewanne und zahlreiche Wandmalereien, Fotos und Bilder. Zusammen mit Holz- und Metallskulpturen und einem bunten Mix an Farben und Materialien hat das Hostel seinen ganz eigenen Stil gefunden. Ein Erlebnis war heut früh auch die open-air Dusche in einer Art innenliegendem Schacht von 10m Höhe - zum Glück schien die Sonne und die Dusche wurde schnell warm:-)

Dann sah ich auch die Nachbarschaft bei Tageslicht. Das Hostel liegt ganz nah beim National Museum. Ich kam aber überwiegend an Wohnhäusern und einigen Cafés vorbei - ich freue mich schon auf die Budapester Draußen-sitz-Kultur und werde diesse so lange praktizieren, wie es das Wetter zu lässt und nach und nach die Kleidungsschichten erhöhen..

Mit einem Orangensaft aus dem California Coffee Place - ja ihr dürft lachen, Kalifornien verfolgt mich scheinbar, ging es dann zu der ersten Besichtigung, etwa 10 Minuten zu Fuss entfernt. Praktischerweise kam ich direkt auch bei einer Bank und dm vorbei - ja hier gibt es alle uns bekannten Drogeriemarkketten und diese unterbieten uns preislich sogar noch; auch bei deutschen Produkten, die es hier auch wie Sand am Meer zu geben scheint.

Ich kam immer näher an die Donau und wirklich zentral nahe der Haupteinkaufsstraße war dann die erste Wohnung, in der ein Amerikaner und ein Finne einen neuen Mitbewohner suchten. Trotz Verabredung machten die beiden keine Anstalten mir die Tür zum Innenhof zu öffnen - oder mir im Vorfeld mal den Türcode zu schicken und ich kam nur durch eine Frau, die gerade das Haus verließ, hinein. Zudem hatte ich keine Ahnung, welche Etage und Tür die richtige war; auch hier war wieder eine Anwohnerin hilfreich, die die beiden Herren schon einmal gesehn hatte. Die einzigen Ausländer im Haus sozusagen ;-) Die beiden waren aber sehr nett und wie unterhielten uns gut, jedoch war das Zimmer ein Durchgangszimmer, ein Schrank fehlte, die Wohnung war "abgewohnt" und die beiden waren auch leider nicht die ordentlichsten bzw. sahen Bad und Küche wirklich dreckig aus. Daher beschloss ich mir die Option mit Zweitfunktion als Reinigungsdame nur mal offen zu halten und mir noch die anderen Zimmer anzuschauen.

Um es abzukürzen: Bei Wohnung 2 angekommen öffnete mir niemand - später erfuhr ich, dass sie vergessen hatten, dass ich vorbeikommen wollte und heute hatten beide auch keine Zeit mehr - abgehakt..

Am Nachmittag war ich dann mit R., meinem Buddy verabredet. Die Uni hatte sie mir zugeteilt und der erste Kontakt via mail und whatsapp war schon sehr nett, so dass ich mich mit ihr zum Mittagessen verabredete. Zusätzlich wollte sie mir eine Freundin vorstellen, die gerade ein Zimmer frei hat. Zunächst dachte ich mir, okay, schau ich mir mal an und hatte keine großen Erwartungen. So war ich dermaßen positiv überrascht, sowohl vom Gebäude bzw. der Location als auch der Wohnung an sich. Sie liegt mitten im Zentrum Budapests auf eine der größeren Straßen, ist in einem sehr schönen weißen Haus mit Hinterhof - und schönen Balkon nach hinten raus in der 4. Etage - ist etwa 85m² groß, modern, sauber und schön eingerichtet. Das Zimmer ist mit 15 m² nicht das größte, aber der Rest passt einfach. Obendrauf ist F., R.s Freundin ebenso nett wie sie und wir saßen etwa eine Stunde am Küchentisch und haben gequatscht. Sie studieren beide an der selben Uni, sind etwas jünger und es gibt noch eine dritte Mitbewohnerin D., die ich dann noch kennenlernen werde. 

Ich bin gespannt und habe noch am Abend zugesagt. Sie haben sich beide gefreut und so komme ich zu zwei ungarischen Mitbewohnerinnen und mit R. sind es dann schon drei. Es gibt eine nette Küche, in der man zusammmen kochen kann und einen geräumigen Flur.

An alle, die vorhaben in Budapest vorbei zu schauen; auch das ist kein Problem. Das i-Tüpfelchen war dann noch der Preis. Trotz aller positiven Punkte und vor allem der super Lage - so werde ich künftig in 5-10 Minuten zur Uni laufen können und die Donau 2 Straßen entfernt haben- kostet sie nur ein Drittel meiner Münchner Wohnung. Natürlich ist das nicht direkt vergleichbar, aber ich habe die Wohnungsanzeigen eine Weile beobachtet und moderne, schön eingerichtete Wohnungen sind rar; vieles ist in die Jahre gekommen, wie die Häuser selbst, abgewohnt oder es fehlt an vielem. Darüber hinaus werden dann noch gut 100-250 Euro mehr verlangt, unabhängig von Lage und Zustand. Daher freue ich mich umso mehr, dass ich einfach nur mit meinen Koffern kommen muss und mich dann im neuen Zuhause auf Zeit wohl fühlen kann.

Fotos folgen:-)

Zusätzlich war ich heute noch an der Uni, um meinen Studentenausweis abzuholen, meine Kurse bestätigen zu lassen und noch für einige andere Dinge u.a. meine Monatskarte für den public transport zu kaufen sowie die Termine für die kommenden Tage zu koordinieren.

Die Uni liegt direkt an der Donau Blauer Himmel über Budapest

 

Ihr seht also, ein durchweg effizienter Tag heute, der mir wohl wohlgesonnen war. Nun kann ich den Rest der Woche entspannt angehen. Ich freu mich auf die zahlreichen Erasmus Aktivitäten, die angeboten werden und bin gespannt, wie es weiter geht.

Ich wünsche Euch eine gute Nacht - bis morgen :-)

 

 

07.09.2015 - Üdvözlés in Budapest

Dienstag, 08.09.2015

Hallo ihr Lieben,

bevor ich schlafen gehe, melde ich mich noch mit den kleinen Eindrücken und großen Taten der ersten 24 Stunden zurück. 

Um kurz vor 21 Uhr landete ich gestern hier in Budapest und dann ging es mit Sack und Pack a ka kleinem und großen Koffer, Laptoptasche und vollgepackter Handtasche vom Flughafen im Südosten ins Zentrum Budapests.

Intuitiv steuerte ich in der Arrival Hall den Infoschalter an und traf auf eine geduldige Dame, die mir den Weg mit Bus und U-Bahn erklärte. Bis E200 stand schon bereit- und fuhr mir nach einem 200m Sprint (siehe Gepäck oben) direkt vor der Nase weg.

10 Minuten später fuhren wir durch die dunkle Nacht, vorbei an diversen Lagerhallen und leerstehenden in die Jahre gekommenen Gebäude. Es galt der Infotafel die volle Aufmerksamkeit zu schenken, um den richtigen Stop zum Umstieg nicht zu verpassen und dann fanden sich unsere kleine, aber schwere Reisegruppe auch schon in der Linie 3 der Ubahn wieder. Alles in allem gibt es hier nur 3 Linien, was die Orientierung sehr erleichtert. Die Fahrt kostete etwa 1.80€, im Vergleich zum Taxi unschlagbar. Mein Hostel, das ich für die erste Woche und zwecks Wohnungssuche vor Ort gebucht hat, lag zum Glück auf der Linie, so dass ich nicht noch einmal umsteigen, sondern nur an der Kálvin tér Station aussteigen und nur noch den Weg finden musste.

Nach einiger Orientierungslosigkeit - die kleinen Straßen waren nicht in der Karte eingezeichnet und gingen immer wieder sternenartig von der Hauptstrasse ab, fand ich das Minoo Haus schließlichich.Nachdem ich eingecheckt hatte, überkam mich zwar auch die Müdigkeit, aber der knurrende Magen veranlasste mich noch zu einem kurzen, da sehr schnellen "Spaziergang" durch die Parallelstraßen. Die Hostelbewohner, die ich bei der Ankunft in der Küche traf, versicherten mir zwar, dass das Viertel sehr sicher sei, aber ich ging dennoch schnellen Schrittes- nur um festzustellen, dass sonntag Abends um 23 Uhr Mc Donalds die einzige Option ist. So gab es einen Chickenburger und ein Mc Flurry und dann fiel ich auch schon ins Bett.

Für den nächsten Tag hatte ich schon vorab aus Deutschland einige Wohnungsbesichtigungen für Montag und weitere Tage ausgemacht. Dies gestaltete sich nicht ganz so leicht, da viele Posts in den diversen Erasmusgruppen darauf abzielen spontan, d.h. noch am selben Tag jemanden zu finden und das geht ja erst, wenn man vor Ort ist.

Da war ich nun, gespannt auf den folgenden Tag und mit etwas Bedenken, wie schnell ich eine Wohnung finden würde. Rückblickend war dies völlig unbegründet, aber wer konnte denn ahnen, dass am nächsten Tag eine kleine Glückssträhne auf mich warten würde :-)

Dazu mehr im nächsten Post.. Ab Dienstag wird es auch wieder Fotos geben, da ich dann wieder die kleine Kamera mitnehmen kann.

Der Flur des Hostels 

 

07.09.2015 - Und ich habe das (Vor-)wort

Montag, 07.09.2015

Hallo zusammen...

... und willkommen auf meinem Blog liebe Leser. "Was, schon wieder?", "Wie lange denn?" und "Warum zieht es dich nach Osteuropa" waren die häufigsten Reaktionen als ich vor einigen Monaten verkündete, dass es mich ab September für 4 Monate nach Budapest verschlägt.

Holen wir mal ein wenig aus - jedem guten Buch geht ja immerhin auch ein Vorwort voraus, sei es, weil man sich so besser in die Geschichte reindenken und die Gedanken des Autors verstehen kann, oder weil sich dieser selbst am wichtigsten nimmt.

Auch ich nehme mich jetzt einfach mal egoistischerweise wichtig, denn immerhin geht es hier in den nächsten Monaten ja auch um mich und alle, die den Link bekommen haben, sind frei und zwanglos hier gelandet. Wer nicht mitfliegt, der liest zumindest mit, sehr schön:-) Alle anderen sehen es als kleinen Vorbericht an und die Lesefaulen unter Euch warten einfach den nächsten Blogeintrag ab, bei dem es dann wirklich losgeht.

Aber ich warne Euch schon einmal vor. Ich bin nicht besonders gut darin, Dinge, vor allem wenn sie interessant sind und (in meinen Augen) einen Neuigkeitswert haben, kurz und prägnant wiederzugeben. Etwaige Ausschweifungen und gekonntes in-die-Länge ziehen müssen daher in Kauf genommen werden. Jedoch ist mir zu Ohren gekommen, dass meine Blogeinträge im Familien- und Freundeskreis immer gern gelesen werden und zum weiterlesen motivieren, daher lasst uns darauf setzen - ich sage "toi, toi, toi fürs Durchhalten" und wünsche Euch viel Spaß und viele Schmunzler. Natürlich freue ich mich auch über Kommentare und Rückmeldungen von Eurer Seite.

 Rückblick...

Wer hätte vor einigen Jahren gedacht, dass es mich in regelmäßigen Abständen ins Ausland verschlägt- ich bestimmt nicht, konnte ich mir in der 9.Klasse nicht einmal vorstellen für 4 Wochen nach Amerika zu gehen.

Wie das Schicksal, oder besser gesagt Leben (denn wir glauben ja eher an die Selbstbestimmung) aber so spielt, habe ich in den letzten Jahren nicht nur den Wohnsitz in Deutschland im Rahmen meines Studiums und einiger Praktika gewechselt, sondern war auch in Irland, Singapur und Hong Kong unterwegs und das mit großer Freude.

Irland war als Auslandsemester von Beginn an vorgesehen und ich glaube schon damals auf der grünen Insel hatte ich Blut geleckt - während eines Praktikums verbrachte ich dann spannende Monate in Singapur, was meine Faszination für Südostasien weckte. Kurzerhand entschloss ich mich dem globalen Weg weiter zu folgen und ging im letzten Bachelorsemester noch einmal nach Hong Kong. Die 9 Monate dort waren mit die spannendsten meines bisherigen Vierteljahrhunderts und ich blicke auf tolle Erfahrungen zurück, inmitten chinesischer Tradition und moderner Megacity trotzte ich der fast 100 prozentigen Luftfeuchtigkeit, stellte mich der lokalen Uni, inkl. Mandarinkurs, fand durch einen lustigen Zufall einen Job, bei dem ich in die asiatische Modern Art Szene eintauchen konnte, erweiterte meinen internationalen Freundeskreis, lachte und wunderte mich über die ein oder andere Kuriosität - vor allem auf meiner 6 wöchigen Reise, probierte mich durch die verschiedenen Küchen und konnte mir zuletzt ein Tränchen beim Heimflug und Blick über die leuchtende Stadt bei Nacht nicht mehr verkneifen. Kurzum: Ich hatte eine echt tolle Zeit. Nach der Bewältigung der Bachelorarbeit und nach einem Praktikum in Frankfurt (konnte übrigens auch bei mir punkten und hat viel mehr zu bieten als das Bankenklischee vermuten lässt) war ich bezogen auf Marketing in der Lebensmittelbranche dann sozusagen auch mit allen Wassern gewaschen.

Letztes Jahr hieß es dann "Grias di" München und es zog mich in die bayerische Landeshauptstadt um meinen Marketinghorizont zu "mastern" bzw. erweitern. München und ich wurden gute Freunde; neben der Tatsache, dass es "ja mei" einfach nur schee ist dort, gefielen mir vorallem die vielen grünen Flecken und umliegenden Seen und die Nähe zu den Alpen; fühle ich mich doch seit einigen Jahren in Lauf- und Wanderschuhen gut aufgehoben. 

Mit der Studiumswahl stand auch fest, dass noch einmal die Koffer gepackt werden. Die Auswahl war groß, aber der Favorit stand eigentlich schnell fest. Budapest war bei vielen meiner Freunde ein Wochenendreiseziel und immer wieder hörte ich "Ach, Budapest ist so schön." Nachdem ich auf eine Arbeitskollegin traf, die ebenfalls ihr Auslandssemester hier verbrachte und gleichermaßen von der Stadt und Uni schwärmte, fasste ich den Entschluss mich darauf einzulassen und setzte das Kreuzchen für Osteuropa, das ich bis auf einen kurzen Aufenthalt in Polen während eines Schüleraustauschs noch gar nicht kannte und für die Donaumetropole, die wie alle immer sagen vielseitige Stadt mit klassischer Tradition, schöner Architektur und einer interessanten Bar-, Restaurant- und Kaffeehausszene. Mit etwas Bammel vor dem ungarischen Buchstabensalat- wusste ich im Vorfeld nicht einmal wie ungarisch klang- und trotz der Erkenntnis, dass es kein Summer in the city werden wird, war ich bereit mich auf Budapest einzulassen. Wie immer versorgte ich mich mit etwas Lesestoff, ja sogar einem ungarischen Kochbuch- Vorfreude basiert ja auf dem Wissen, was einen erwartet gepaart mit Neugierde, was es noch alles zu entdecken gibt. In den letzten Wochen wuchs die Vorfreude dann bevor es gestern dann so weit war.

Bereits nach rund 24 Stunden frage ich mich, warum ich mich nicht schon eher in den Flieger gesetzt und Budapest erkundet habe- sind es doch nur 1.45 Stunden. Auch wenn mit Sicherheit drei oder vier Tage reichen um das Zentrum und die wichtigsten Punkte hier zu besichtigen, bin ich überzeugt davon, dass Budapest einiges bereit hält und freue mich auf die kommenden Wochen. Wie immer hüpft mein kleines Herz, wenn ich ein bisschen was vom täglichen Leben einfangen und wenigstens versuchen kann, dem Touri-Dasein den Rücken zu kehren. Die Erfahrung zeigt, dass dies nur möglich ist, wenn irgendwann ein Alltag stattfindet. Alltag ist in dem Zusammenhang nicht gleich zu setzen mit Tristesse, Gewohnheit und Wiederholung, denn das ist das schöne am "Wohnen auf Zeit" an bisher unbekannten Orten- es bietet immer wieder die Gelegenheit etwas Neues zu entdecken und meist ergeben sich interessante Dinge und Ziele erst durch Begegnungen und den Austausch mit anderen, manchmal aber auch ganz spontan.

Sich hier mitreißen zu lassen und offen für Unbekanntes und Neues zu sein und nach und nach zu verstehen, wie eine Stadt und auch ihre Bewohner ticken, darin liegt für mich der Reiz, wenn es mich in die Ferne zieht. Zusätzlich ist es einfach ein tolles Gefühl zu wissen, dass man überall auf nette und tolle Leute trifft, mit denen man die vielen schönen Momente teilt - ,manchmal begleiten sie einen nur ein kurzes Stück, manchmal entwickeln sich aber auch Freundschaften, die die Zeit überdauern und bis heute anhalten.

Mit diesen schönen Worte beende ich meine kurze Ansprache hier. Beim Schreiben der Zeilen wandert ein Lächeln auf mein Gesicht. Es ist schön, sich vor Augen zu führen, welche Bedeutung von Etwas ausgeht und dann zu wissen, dass es einem wichtig ist. An dieser Stelle winke ich hinaus in die weite Welt und lächle insbesondere diejenigen an, die sich nun angesprochen fühlen und entweder selbst ein kleines Stück meiner Reise begleitet und so einen dauerhaften Platz in meinem Herz gewonnen haben oder diesen schon sehr lange innehaben.

Und nun los...

Ich wünsche Euch viel Freude beim Lesen der zukünftigen Blogeinträge und schicke einen lieben Gruß nach Deutschland :-)

Anja